„WIR SIND TKE, WIR SIND KEINE WARE
FÜR DEN TARIFVERTRAG ZUKUNFT ELEVATOR 2.0“
Unter diesem klaren Motto hat die IG Metall zum bundesweiten Aktionstag am 20. Mai aufgerufen. Ab 11:59 Uhr gingen Beschäftigte in Düsseldorf, Hannover und Frankfurt auf die Straße – auch wir waren mit starker Beteiligung dabei.
Rund 500 Kolleginnen und Kollegen aus unserer Belegschaft beteiligten sich in Frankfurt an der Protestaktion vor den Sitzen der Finanzinvestoren Advent und Cinven. Mit dabei waren Kolleginnen und Kollegen aus dem neuen Esslinger Werk sowie aus der Feldorganisation. Insgesamt versammelten sich dort rund tausend Beschäftigte, um ein deutliches Signal zu senden:
Wir lassen nicht zu, dass über unsere Zukunft ohne uns entschieden wird.
Die Demonstration startete am DGB-Haus in Frankfurt und führte zur Kundgebung „eine Minute vor zwölf“ am Mainufer vor dem Westhafen Tower – ein bewusst gewähltes Symbol: Es ist höchste Zeit zu handeln.
Zeitgleich fanden weitere Aktionen statt – unter anderem vor der TKE-Zentrale in Düsseldorf sowie in Hannover. Die Beteiligung aus verschiedenen Regionen zeigt: Der Widerstand ist breit aufgestellt und wächst.
Besonders wichtig ist dabei auch die Unterstützung aus anderen Standorten. So waren unter anderem Kolleginnen und Kollegen aus Leipzig und Halle angereist. Sie machen deutlich, dass der Protest das gesamte Unternehmen umfasst.
Die Botschaft der Beschäftigten ist eindeutig:
Keine Fusion auf Kosten unserer Jobs!
Keine Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg!
„Gut, dass wir uns wehren. Wir halten zusammen. Wer TKE kauft, kauft starke Mitbestimmung ein“, betonte Reiner Berger, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Niederlassung Leipzig.
Hintergrund: Milliarden-Deal mit Risiken für Beschäftigte
Anlass der Proteste ist die geplante Übernahme von TK Elevator durch den finnischen Wettbewerber KONE. Der Deal hat ein Volumen von 29,4 Milliarden Euro. Die Finanzinvestoren Advent und Cinven hatten TKE erst vor sechs Jahren für 17,2 Milliarden Euro von ThyssenKrupp übernommen – eine Wertsteigerung von rund 70 Prozent.
Im Zuge der Übernahme plant KONE Einsparungen von rund 700 Millionen Euro jährlich. Diese sogenannten „Synergien“ sollen vor allem durch den Abbau von Doppelstrukturen erreicht werden – für die Beschäftigten bedeutet das vor allem eines: massive Unsicherheit und die Gefahr von Personalabbau.
„Gerade bei den Werksbeschäftigten ist die Sorge groß, dass KONE mittelfristig und ohne einen Tarifvertrag zur Absicherung kein Interesse an einer Produktionsstätte in Deutschland haben könnte“, erklärt Max Czipf, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen.
Weltweit wären mehr als 100.000 Beschäftigte von der Fusion betroffen. Besonders kritisch sehen Betriebsräte und IG Metall, dass die Arbeitnehmervertretungen bislang nicht ausreichend informiert oder eingebunden wurden.